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Mrz 2017

Fazit der ersten Biennale Pratteln

Mit 4’000 begeisterten Besuchern, 60 Künstler, 60 Werken, 40 Sponsoren und der Vergabe von 13 Medaillen ist die erste Biennale erfolgreich abgeschlossen worden. An der Wasenstrasse ist auf 375 Quadratmetern das grösste Spraywerk der Schweiz auf eine Fabrikwand gesprüht worden. Hermann Alexander Beyeler (Trägerschaftspräsident) und Willy Surbeck (Direktor) stellten sich am Tag danach den Fragen der Presse.

Wieviele Besucher kamen an die Biennale?
Surbeck – 4’000 Menschen kamen.

Welches Fazit  ziehen Sie persönlich nach dieser Premiere?
Beyeler – Alle Beteiligten sind überwältigt. Dass es so gut herauskommt, konnte man träumen, aber nicht erwarten. Wir reiben uns jetzt noch die Augen. 

Wurden Ihre Erwartungen erfüllt?
Surbeck – Nein, sie wurden übertroffen. Fachleute attestieren der Ausstellung hohes Niveau. Die Ausstellung war dicht gefüllt mit Überraschungen, ein Inferno der Kreativität. Wir konnten Einzigartiges zeigen. Zeitungen, Radio und TV berichteten übereinstimmend positiv. Wo gibt es das?

Beyeler – Und es resultierten viele neue Kontakte. Die Gemeinde Pratteln samt kulturPRATTELN hat mitgezogen. Pratteln hat für die Biennale mobilisiert. Der Werkhof hat mehr Flaggen aufgehängt, als abgemacht. Das Wichtigste war, dass die Künstler die Programmatik verstanden und viel Inspiration mitgenommen haben. Es war sehr intensiv. Die Internationalität der Juroren war ein Glücksfall. Die Sponsoren gaben uns grossen Support, was wir ihnen nie vergessen werden. Finanziell müssen wir zwar noch die Endabrechnung abwarten, aber es könnte nahezu eine schwarze Null geben. Wer hätte das gedacht! Alle Gesprächspartner raten uns zu einer nächsten Auflage. Beeindruckt hat uns unter anderem der Besuch von Philippe Bischof, Kulturbeauftragter des Kantons Basel-Stadt.  

Welche Rückmeldungen haben Sie von der Jury?
Beyeler – Die Juroren tragen die Idee der Biennale Pratteln mit. Das haben wir im BaZ-Interview von Bodo Brinkmann gemerkt. Zudem sind die Juroren nicht als Divas aufgetreten, sondern gingen unter die Leute. Sie liessen sie sich an den drei öffentlichen Podien in riskante Diskussionen mit den Künstlern ein. Die ist nicht verbandelt mit den Kunstschaffenden dieser Region. Sie ist deshalb niemandem einen Gefallen schuldig. Und sie hat die Biennale Pratteln nicht nötig. Umso mehr freuten wir uns, dass uns die Juroren am Sonntagabend den einstimmig gefassten Beschluss mitteilten, dass sie 2019 alle wieder mitmachen würden.    

Und von den Künstlern?
Surbeck – Die Künstler sind glücklich. Wir hörte keine einzige negative Reaktion seitens Künstler. Im Gegenteil, wir haben zahlreiche Komplimente und Umarmungen erfahren dürfen. Ein junger ausstellender Kunstmaler sagte uns nach der Opening Night: «Das war der schönste Tag meines Lebens». Die Kunstschaffenden merkten, dass Sie und ihre Werke ernst genommen wurden. Wir merkten, dass wir den Künstlern etwas bieten konnten, was sie bisher nie erlebt haben. Mehrere konnten Werke verkaufen. Ein junger Künstler wurde sogar von einer Londoner Galerie angegangen. Eine Ausstellende schrieb uns: «Was für 4 phantastische Tage habt ihr uns ermöglicht gefüllt mit Staunen, Freuen, Lachen, Stillsein, Innehalten, Ausgelassenheit, verwöhnt fühlen, geniessen, Gespräche, Begegnungen, Ideen»

Und die Zuschauer?
Surbeck – Schon die Opening Night war massiv überfüllt. Am Sonntag standen die Wartenden am Eingang bis auf die Strasse hinaus und das Coop-Logistik-Areal war nebst den regulären 300 Parkplätzen voller illegal parkierter Autos. Wir wurden mit Lob überhäuft. Berührt hat uns das Urteil eines Kaders des Kunstmuseums Basel, welcher uns internationales Niveau attestiert hat. Oder ein Mann wurde beobachtet, welcher ein Gemälde innerhalb einer Stunde jeweils während mehreren Minuten angesehen hat. 

Was hat Sie an der Ausstellung am meisten beeindruckt?
Beyeler – Die Bemalung von Mauern und Fassaden war ein voller Erfolg, den ich so nicht ganz erwartet habe. Zum anderen hat mich das Experiment von Tomas Ribas mit dem Lichtstrahl durch das Eis tief bewegt. Diese geheimnisvolle Schönheit, die Langsamkeit und die Irreversibilität geht mir zur Seele. Das hat die Welt noch nicht gesehen. Die vergrösserte Projektion an die Leinwand war wirklich der Brecher. Daraus können viele Adaptionsideen entstehen, welche die Welt verändern werden.

Was hat Sie am meisten überrascht? 
Surbeck – Irgendwie alles. Der i-Punkt aller Überraschungen war der gelungene Auftritt des DEEP PURPLE Bassisten Roger Glover am Sonntag anlässlich der Pokalübergabe.

Wird es wieder eine Biennale Pratteln geben? 
Beyeler – Ja. Bereits mailen uns Kunstschaffende, ob man sich noch bewerben kann. Am 21. bis 24. März 2019 findet die zweite Biennale Pratteln statt. Am gleichen Ort, allerdings auf mehr Fläche mit mehr Vorbereitung und eingespielter Crew. Zusätzlich ziehen wir ab jetzt immer einen Gastkanton zu, damit sich die Idee schweizweit verbreitet. Der erste Gastkanton wird der Kanton Wallis sein. 

Auskünfte:
Willy Surbeck www.biennalepratteln.ch
+ 41 76 387 31 41

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